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SsangYong: Korando im Test: Ein SUV aus Korea zum Discounterpreis

Randolf Leyk 18. Mai 2018 20:26

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    Optisch macht der Korando von außen auf jeden Fall schon mal eine gute Figur. —Foto: Randolf Leyk

MARL So jung und doch so erfahren. SsangYong gilt in Korea als der älteste Autobauer des Landes. Dass Rexton und Co. in Deutschland eher noch ein Nischendasein genießen, mag wohl auch daran liegen, dass der viertgrößte koreanische Hersteller erst seit 2006 den hiesigen Markt bereichert.

Unser Testwagen des asiatischen Unternehmens ist ein Korando Sapphire. Das Akronym hat seinen Ursprung im Slogan „Koreans can do“, was so viel bedeutet wie „Koreaner schaffen das“. Einen Fuß im europäischen Markt haben sie damit auf jeden Fall. Ob sie auch ordentliche Stückzahlen in der beliebten Tiguan-Klasse schaffen werden, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Großzügige Ausstattung ist ein echtes Plus

Der Korando bietet solide SUV-Qualität – und das in der Basisversion für unter 20.000 Euro. Dafür gibt es in der Ausstattung schon Klima, Tempomat, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und einiges mehr. Selbst in der Luxusausstattung liegt das Modell noch einige Tausend Euro unter dem Einstiegspreis des Wolfsburger Pendants.

Das Facelift 2017 hat dem Korando gut getan. Er kommt deutlich prägnanter und stilsicherer daher als sein Vorgänger. Die neue Frontpartie zeigt sich dabei sehr modern. Etwas behäbiger geht es da schon in der Beschleunigung zu. Laut Hersteller bringt es der 2,2-Liter-Diesel mit seinen 178 PS auf 400 Newtonmeter. Davon merkt man allerdings lediglich im Stadtverkehr und bis Tempo 130 etwas. Auf der Autobahn muss sich unser Testwagen schon ordentlich strecken. Dafür schafft der Korando aber bis zu zwei Tonnen Zuglast – Pferde- und Wohnwagenbesitzer wird es freuen.

Rollt der Korando erst einmal, fühlt man sich gut aufgehoben, auch wenn der Federungskomfort noch Luft nach oben hat. Die erhöhte Sitzposition könnte dem einen oder anderen Crossover-Fan gefallen – sorgt sie doch für eine ordentliche Rundum-Sicht. Außerdem bietet SsangYong je nach Ausstattung eine Rückfahrkamera. Auch beim Raumangebot gibt es nichts zu meckern. Denn während das Ambiente innen unspektakulär daherkommt (einige Schalter liegen versteckt, andere wirken etwas klobig), haben normal gebaute Mitfahrer und Mitfahrerinnen vorne wie hinten genügend Platz. Gleiches gilt für den Gepäckraum, sodass eine vierköpfige Familie samt Taschen und Koffern in den Urlaub fahren könnte.

Im Fond ist es mit langen Beinen wenig bequem

Einzig bei der Bequemlichkeit muss man im Fond Abstriche machen, da der Boden recht hoch liegt und die Oberschenkel keinen Kontakt zur Sitzfläche bekommen – jedenfalls dann nicht, wenn man größer als 1,65 Meter ist. Weiteres kleines Manko: Die elektrisch schließende Heckklappe fehlt und ist auch nicht als Extra zu bekommen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Auch wenn man bisher in Deutschland Korea eher mit den Marken Kia und Hyundai in Verbindung bringt, dürfen preisbewusste SUV-Fans einen Blick in Richtung SsangYong werfen. Wer beim Komfort ein paar Abstriche machen kann, aber auf einen robusten SUV nicht verzichten möchte, bekommt diesen für relativ kleines Geld mit dem aktuellen Korando.
 
SsangYong Korando eXDi 220 – 4WD Sapphire

Motor: Verbaut ist ein 2,2-Liter-Diesel mit 178 PS und 6-Gang-Automatikgetriebe. Zylinderblock und -köpfe sind aus Leichtmetall. Max. Drehmoment: 400 Newtonmeter bei 1400~2800 Umdrehungen. CO2: 179 g/km, Abgasnorm: Euro 6.

Leistung: Höchstgeschwindigkeit 185 km/h. Angegebener Verbrauch: ca. 6,9 Liter (kombiniert).Wir haben während des Tests etwa 8,1 Liter Diesel im Mix verbraucht. Im Stadtverkehr wurden es aber auch schon mal zehn Liter. Anhängelast: 2000 kg.

Karosserie: Länge 4,41, Breite 1,83, Höhe 1,68 Meter. Gepäckraumgröße 486 bis 1312 Liter. Leergewicht 1825 kg.

Preise: In der Grundausstattung gibt es den Korando ab 19.990 Euro. Die Ausstattung Sapphire mit Allrad kostet ab 32.090 Euro, unser Testmodell mit Automatik und metallic 34.690 Euro.

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