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Alina ohne Süßes: Verzicht mit Ausnahmen

Alina Meyer 15. Mai 2017 12:37

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    Reinbeißen ist nicht erlaubt, Alina! Zumindest nicht in den nächsten zehn Sekunden. Zehn, neun, acht…

Mein mehrwöchiger Verzicht auf Süßigkeiten war so etwas wie ein Experiment. Ein Versuch, um herauszufinden, ob ich diszipliniert genug bin, mein Vorhaben auch wirklich in die Tat umzusetzen. Am Ende muss ich gestehen, dass ich mehr oder weniger gescheitert bin. Obwohl das in meinem Fall ganz klar Auslegungssache ist. Denn ginge es nach mir, so habe ich mein Ziel ganz klar erreicht…

Wer noch nicht verstanden hat, warum es mir so schwerfällt, meine Challenge mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ zu bewerten, dem will ich mal etwas auf die Sprünge helfen. Bei diesem Experiment geht es nämlich meiner Meinung nach darum, wie streng man zu sich selbst ist. Die Herausforderung war, mehrere Wochen konsequent auf Süßigkeiten zu verzichten. Dabei stellte sich mir die Frage, was denn genau zu den Süßigkeiten zählt. Für mich sind es kleine Snacks wie Kekse, Schokolade und Chips. Also im Grunde kleine Kalorienbomben, die mich zwar glücklich, aber nicht wirklich satt, sondern stattdessen eher süchtig machen. Die genaue Definition fängt schon beim Joghurt als Nachtisch nach dem Mittagessen an. Für mich zählt er nicht zu den Süßigkeiten dazu, obwohl er natürlich auch süß ist und vor Zuckeranteilen nur so strotzt. Der Schokopudding hingegen hat für mich schon die feine Grenze überschritten und steht auf der fiesen Süßigkeiten-Seite. Den Joghurt durfte ich also essen, den Pudding nicht.

Bei Nussnugat-Creme und Marmelade würde sich mir dieselbe Frage stellen. Für mich sind es süße Brotaufstriche, aber keine Süßigkeit. Zum Glück bin ich keine Nussnugat-Creme- und auch keine Marmeladen-Tante und brauche mir darüber keine allzu großen Gedanken machen. Doch schon bald kam die nächste Schwierigkeit auf mich zu: Geburtstage und mit ihnen gleich das obligatorische Kuchenessen. Ich bekenne mich hier mal öffentlich als eine wahrhafte Kuchenliebhaberin. Keine Torten, sondern tatsächlich Kuchen. Diesem süßen Gebäck in allen erdenklichen Variationen kann ich einfach nicht widerstehen. Ein Stück Kuchen war also auch drin – trotz Süßigkeiten-Verzicht. Schließlich ist ein Stück Kuchen doch wie eine kleine Zwischenmahlzeit und keine richtige Süßigkeit…

Konsequentes Nein zur Chips-Tüte

Ein paar Mal bin ich konsequent geblieben: Die Chips-Tüte, die bei diversen Filmabenden vor meiner Nase hin- und hergereicht wurde, blieb von mir unangetastet, und beim Einkauf landeten keine Süßigkeiten für mich im Einkaufskorb. Dann aber stand der nächste Geburtstag an und es gab Nacho-Salat am Abend. Ein herzhafter Salat mit Mais, Kidneybohnen, Salsasoße und eben auch Nacho-Chips als Topping. Wieder stellte sich mir die Frage, ob ich ihn essen durfte oder nicht. Doch da es in diesem Fall um den Salat als Abendessen ging und es sonst nichts anderes zu essen gab, langte ich zu. Bonbons, Schokokekse und dergleichen blieben für mich weiterhin tabu und ich war stolz wenigstens diesen Verzicht durchzuhalten.

Dann irgendwann lag das Croissant mit überzogener Schokolade auf dem Frühstückstisch. Das, was ich doch sonst so sehr liebe und das es wirklich nur selten gibt. Und da es die letzte Woche vor Verzicht-Ende war, habe ich auch das gegessen. Denn auch ein Croissant, selbst wenn es mit Schokolade überzogen ist, zählt doch nicht zu den Süßigkeiten, oder…? ;)

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