Recklinghaeuser Zeitung Medienhaus Bauer

Beziehungen sind hart: Teresa zieht einen Schlussstrich

Teresa (Name v. d. Red. geändert) 17. Mai 2017 10:50

  • Teaserbild

    „Liebeskummer ist wirklich bescheiden“, meint nicht nur dieser kleine Kerl hier, sondern auch Autorin Teresa. Trotzdem rät sie, offen und ehrlich in einer Partnerschaft zu sein – und letztlich auch zu sich selbst, wenn es einfach nicht mehr klappt. Also Herz in die Hand nehmen und weitersuchen!

Liebe Manchmal merkt man ganz plötzlich, dass die Gefühle nicht mehr so sind, wie sie einmal waren. Da ist kein Kribbeln mehr und auf einmal sieht man nur noch das Negative am Partner.

In meinem Fall sind all die Kleinigkeiten, die mich gestört haben, zu einem Beziehungskiller geworden. Da standen leere Flaschen rum und wurden nicht weggeräumt, da wurde den ganzen Tag inklusive Nacht vor dem PC verbracht und die meisten wichtigen Aufgaben an mich abgewälzt. Ich bin nicht unschuldig an der Situation. Ich habe mitgespielt und bin schön in die Rolle der Bemutternden gerutscht. Stück für Stück haben sich die Rollen verfestigt und irgendwie komme weder ich noch kommt er da heraus.

Es ist eine harte Erkenntnis, die mich traurig macht. Fast zwei Jahre habe ich mit diesem Menschen meinen Alltag geteilt. Schon von Anfang an haben wir uns täglich gesehen und sind schon recht früh zusammengezogen.
Ehe ich mich versah, stand ich kochend am Herd, telefonierte Handwerkern hinterher, kümmerte mich um den Haushalt, während er seine Lieblingsspiele auf dem PC spielte. Ich wollte eine „lockere“ Freundin sein, wollte keine Verbote aussprechen – denn ich war und bin ja nicht seine Mutter. Mein Auto benutzte er, als wäre es seins, dann wurde auch noch mein wichtigstes Werkzeug für die Uni – mein Laptop – von ihm in Beschlag genommen. Irgendwann war dann „Ja“-Sagen der Weg, der am wenigsten Aufwand erforderte.

Beziehungen sind wirklich nicht leicht. In meinem noch nicht allzu langen Leben habe ich schon ein paar Beziehungskonstrukte erlebt. Von der Beziehung, in der man emotional abhängig von dem Partner ist und sich alles um ihn dreht, von der Beziehung, in der der eine den anderen mehr liebt, über die Beziehung, die scheinbar ewig on-off-mäßig läuft, und zuletzt die Beziehung, in der man sich selbst und seine Bedürfnisse vergisst.

Den Klotz am Bein bemuttern?

Bis zu einem gewissen Punkt war jede dieser Beziehungen schön. Bis auf einmal dieser Moment kommt, dieser Augenblick, in dem es einem die scheinbar übergroßen Tomaten von den Augen reißt. Ich merke, wie ich mehr Zeit brauche, Zeit für mich und dafür, mich weiterzuentwickeln. Das geht nicht mit einem Kind als Freund, mit einem, der einen hintergeht oder auch nicht mit jemandem, der sich gar nicht wirklich für einen interessiert. Mit einem Beziehungsklotz am Bein werde ich langsamer und träger. Ich habe richtig gemerkt, wie mich dieses Bemuttern ausgelaugt hat. Auch, wenn wir gelacht haben, Spaß zusammen hatten, Urlaube miteinander verbracht haben und die Beziehung so weit war, dass man ohne Probleme voreinander rülpsen konnte.

Das alles, das Positive, hat mich über das wirkliche Problem hinweggetäuscht. Das ärgert mich, vielleicht hätte man von Anfang an daran arbeiten können und wir wären nicht in dieser völlig verfahrenen Situation. Vielleicht gehören wir aber auch gar nicht zusammen.

Menschliche Beziehungen aller Art sind meiner Meinung nach hart. Sie halten mir erbarmungslos den Spiegel vor. Ich muss mich mit mir, dem anderen Menschen und dem Verhältnis zwischen uns auseinandersetzen. Das ist nicht immer schön. Die Wahrheit ist manchmal wirklich sehr schmerzhaft und, da es um Gefühle geht, auch nicht immer nachvollziehbar. Doch das einzig Machbare ist, dass man versucht, offen und ehrlich über alles zu reden.
Auch, we
nn es wehtut: Taschentücherboxen, Eis-Packungen und Schokoladenjahresvorräte rausholen! Liebeskummer ist wirklich bescheiden!

Teilen