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Clea in Neuseeland: Überwältigt von der Schönheit

Clea Kleffmann 20. November 2017 11:45

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    Die herumliegenden Felsbrocken brachten dem Hügel „Castle Hill“ seinen Namen ein, denn sie erinnern entfernt an die Ruine einer Burg. Eine Aussicht, die Clea sich auf ihrem Trip nicht entgehen lassen wollte.

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    Wer wie Clea auf die Felsblöcke des „Castle Hill“ hochkraxelt, hat von oben einen tollen Blick über die Landschaft der neuseeländischen Südinsel.

Teil 3 Heute ist ekelhaftes Herbstwetter, obwohl wir hier gerade Winter haben. Es stürmt, es regnet und es ist extrem kalt, aber immerhin: Mein Projekt gefällt mir wirklich gut und jede Arbeit macht hier sehr viel Spaß.

Seit dieser Woche haben wir das Rotierungssystem. Das heißt, dass man jede Woche eine andere Arbeit wie zum Beispiel Housekeeping, Küche, Programm mit Kindern, Farmpark und Outdoor-Arbeit hat. Die letzten beiden Aufgaben machen mir am meisten Spaß. Es ist echt schön, mit Tieren auf dem Farmpark zusammenzuarbeiten. Jetzt gerade sind viele Schafe und Kühe schwanger.

Aber wir haben auch schon Trauriges erlebt, denn ein Schaf ist mit ihren beiden Lämmchen gestorben und Honey, die Kuh, hat ihr Kälbchen ebenfalls bei der Geburt verloren. Trotzdem habe ich meine Liebe für Farmpark und Outdoor Arbeit entdeckt. Zu Hause hätte ich niemals gedacht, dass mir Rasenmähen so viel Spaß macht. Aber hier könnte ich das den ganzen Tag machen.

Nächste Woche kommt dann das Programm mit den Kindern auf mich zu. Ich muss mich jetzt schon mal langsam auf das Bogen- und Luftgewehrschießen vorbereiten, da ich eine Prüfung ablegen muss, damit ich das für die Kinder leiten kann. Aber so schwer ist das auch nicht, da sich meine Englischkenntnisse in dem einen Monat, schon gut verbessert haben.

Endlich routinierter durch den Alltag

Ich merke langsam, dass ich in eine Routine gekommen bin und viele Dinge nicht mehr neu, sondern alltäglich geworden sind. Wir als Gruppe verstehen uns auch noch ganz gut, trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich auch mal Zeit für mich alleine verbringen müsste.

Schön ist aber, dass wir an den Wochenenden viel zusammen unternehmen und somit auch viel von unserer Umgebung sehen. Vor zwei Wochen waren wir in Akaroa. Akaroa ist eine französische kleine Halbinsel, die wirklich schön ist und wo es auch nette Cafés und süße Hippie-Shops gibt. Vergangene Woche waren wir alle zusammen in Castle Hill und der Weg dorthin war lang, aber unglaublich schön. Ich habe noch nie eine so schöne und vielfältige Natur gesehen! Castle Hill ist eigentlich nur ein Ort, wo viele große Steine auf einem Berg stehen. Aber er ist extrem schön. Was cool ist, dass dort mehrere Szenen vom ersten Teil von „Narnia“ gedreht wurden. Den Film haben wir dann abends sofort geguckt.

Außerdem habe ich schon mal angefangen, meinen Reisemonat zu planen. Vor Kurzem habe ich mir erst einmal mein Ticket für das Rhythm-and-Vines-Festival in Gisborne gekauft, das vom 29. bis 31. Dezember stattfindet, dann weiß ich schon, was ich an Silvester mache. Dann möchte ich zwei Wochen in Australien verbringen.

Der Dezember wird zum Reisemonat

Mein Plan sieht also folgendermaßen aus: Ab dem 20. Dezember beginnt mein Reisemonat. Ab da reise ich eine Woche lang mit Johanna Richtung Wellington, da am 27. Dezember mein Flug Richtung Gisborne geht. Dann habe ich erst einmal mein Festival bis zum 1. Januar und dann fliege ich von Gisborne nach Sydney. Von Sydney werde ich dann mit dem Bus 14 Tage lang die Ostküste von Australien entlangfahren. Am 15. Januar geht’s zurück nach Auckland. Jedoch ist für mich dann die Reise nicht zu Ende, denn ich habe geplant, am 16. einen Tag das Set von Herr-der-Ringe anzuschauen. Jetzt muss ich also anfangen, Flüge zu buchen – ich freue mich schon extrem auf meinen Reisemonat.

Des Weiteren hatte ich vergangene Woche Samstag einen Tattoo-Termin gehabt. Ich hatte mir nämlich überlegt, dass ich mir ein typisch neuseeländisches Tattoo stechen lassen will, was mich an meine Reise hier erinnert. Also bin ich dann Samstag mit Michael in eines der besten Tattoo-Studios nach Christchurch gefahren.
Während mein Tattoo gerade mal 45 Minuten gedauert hat, waren es bei Michael gute vier Stunden, da er sich ein Tattoo auf seiner ganzen Brust stechen hat stechen lassen. Bei mir ist es übrigens ein Silber-Farn im Maori-Stil geworden, denn der Silber-Farn ist hier die Nationalpflanze der Neuseeländer, zusammen mit den Kiwis. Zwei Schnörkel innerhalb meines Tattoos sind an meine Eltern gerichtet, da sie in maorischer Zeichensprache „Eltern“ bedeuten.

Wo ich gerade von Christchurch rede: Ich wurde jetzt öfter schon von einigen gefragt, wie es in Christchurch eigentlich aussieht – nach den schweren Erdbeben 2011 und 2012. Ehrlich gesagt: Keine Ahnung, wie groß hier der Unterschied zu „früher“ ist, weil ich nicht weiß, wie es vor ein paar Jahren hier ausgesehen hat.
Auffällig ist, dass hier überdurchschnittlich viele Baustellen sind. Je näher man in die Innenstadt kommt, sieht man allerdings noch viele Dinge, die von den Erdbeben zu Bruch gegangen sind und auch nach sechs Jahren noch nicht fertig sind. Trotzdem kann ich nur eines sagen: Christchurch gefällt mir und alles, was hier drum herum so passiert.
Clea Kleffmann (18, Recklinghausen) lebt ein Jahr in Neuseeland auf der Südinsel. In Governors Bay – in der Nähe von Christchurch – arbeitet sie im Rahmen eines „Internationalen Jugendfreiwilligendienstes“, kurz IJFD, in Living Springs. Das ist ein Abenteuercamp für Kinder und Jugendliche. Hier berichtet Clea über ihre Abenteuer.

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