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Die Band Insert Coin als VIP: Dem eigenen Stil immer treu geblieben

Alina Meyer & Kathi Lenger 29. Oktober 2018 16:03

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    Tim (v.l.), Helge, Stephan, Cicka und Didschu sehen ihrem Auftritt anscheinend gelassen entgegen. Am 31. Oktober rocken Insert Coin im Jugendzentrum Hagenbusch in Marl. Sie hoffen auf viele Adrenalinflashs – auf und vor der Bühne.

Es gibt sie überall. Eigentlich gehört jeder dazu. Zu den VIPs. Damit meinen wir allerdings nicht die „Very Important Persons“, die auf roten Teppichen rumstöckeln, sondern die „Very Interesting Persons“, die uns im Bus, an der Supermarktkasse oder im Schwimmbad begegnen. Wir stellen Euch bei Scenario junge Menschen vor, die ganz klar VIPs sind. Heute: Insert Coin aus Recklinghausen.

Den allerersten Bandauftritt, den vergisst man so schnell nicht. Die Rockband Insert Coin spielte ihren ersten Gig im Café Schmiede in Marl. Damals noch vor wenigen Leuten. Seitdem ist viel passiert. Über 300 Konzerte haben die fünf Jungs schon gegeben, zum Teil waren es bis zu 40 Konzerte im Jahr. Sogar der Kampagnen-Soundtrack einer bekannten Energy Drink-Marke stammt aus der Feder von Insert Coin.
Die Band formierte sich mehrmals. In der jetzigen Konstellation besteht sie seit 2014. Ihr Proberaum ist vollgepflastert mit bunten Plakaten, die an unvergessliche Auftritte erinnern. Und noch ist lange nicht Schluss mit der Musik. „Wir haben noch viel vor und wollen noch viele Konzerte geben“, sagt Sänger Tim. „Das ist das, was unsere Band auszeichnet. Wir wollten schon immer möglichst viel live spielen und den Leuten da draußen etwas von unserer Musik mitgeben.“

Mit neuem Album einen kleinen Wandel gemacht

Insert Coin ist vor allem im Punk-, Rock und Alternative-Genre unterwegs. Vor Kurzem ist ihr drittes Album „Way Out“ erschienen. „Mit diesem Album hat unsere Band einen kleinen Wandel gemacht. Vorher waren wir die Partyband mit Songtexten übers Feiern und Spaßhaben. Unser neues Album behandelt wesentlich ernstere Themen“, sagt Tim.

Der Song „Semicolon“ beschäftigt sich mit psychischen Erkrankungen, die heute für viele immer noch ein Tabuthema seien. „Sonora“ ist ein Song, der von dem Verlust geliebter Menschen handelt. In „Donald“ werden politische Themen angesprochen. „Mit dem Alter hat sich unser Lebensmittelpunkt verlagert und auch die Texte sind gereift. Es geht nicht nur ums Feiern. Trotzdem ist das Album nicht unbedingt ruhiger geworden. Es geht immer noch ordentlich auf die Fresse. Wir sind unserem Stil da schon treu geblieben“, beschreibt der Frontsänger das Erfolgsgeheimnis der Band.

Von Dezember bis Januar ging es ins Tonstudio nach Hamburg. Acht Monate später ist das Album unter dem Label „Uncle M Music“ erschienen. „Auch wenn wir als Band schon viele Auftritte hinter uns haben, war ich bei der Release-Show unseres neuen Albums im ,Räuber und Rebellen’ in Recklinghausen aufgeregt“, sagt Schlagzeuger Cicka. „Mit dem ersten Schlag fällt die Aufregung dann meistens von mir ab. So war es auch bei unserer Release-Show. Es ging aber alles gut und unser Album kam super beim Publikum an.“ „Es ist auch wichtig, sich die positive Nervosität beizubehalten und den Adrenalinflash zu bewahren. So sieht das Publikum auch, dass man Spaß an dem hat, was man macht“, sagt Tim. Bei dem Auftritt kamen 450 Euro zusammen, das Geld spendeten die Jungs an den Kinderschutzbund Recklinghausen. Im Frühjahr plant die Band eine größere Tour mit mehreren Konzertwochenenden.

Eines der größten Konzerte hatte die Band beim „Big Day Out“. „Dort haben wir vor rund 6 000 Leute gespielt. Wir haben vor uns tausende Köpfe gesehen“, sagt Cicka. Auch große Künstler wie Jennifer Rostock und Kraftklub gehörten mit zum Festival-Programm. „Es wäre natürlich der Hammer, die Helden unserer Kindheit wie Rise Against bei einem Konzert zu supporten und als Vorband aufzutreten. Dann könnten wir mal schauen, wie das bei den Profis so abläuft. Wer weiß, vielleicht bekommen wir mal die Chance dazu“, sagt Tim.
 
Am 31. Oktober könnt Ihr Insert Coin live bei einem Konzert im Jugendzentrum Hagenbusch in Marl erleben. Beginn ist um 20 Uhr. Karten gibt es für 8 Euro an der Abendkasse.
Scenario verlost fünf CDs von Insert Coin. Wer ein Exemplar von „Way out“ gewinnen möchte, schreibt einfach eine Mail mit dem Betreff „Insert Coin“ an: scenario@medienhaus-bauer.de.
Kennt Ihr junge Menschen aus unserer Umgebung, die „Very Interesting Persons“ sind? Dann gebt uns einen Tipp, gern ebenfalls per Mail: scenario@medienhaus-bauer.de

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