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Isabell in Australien: Staunen über Strand und Schule

Isabell Wolinski 16. Oktober 2018 10:40

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    Montags muss Isabell in Uniform zur Schule gehen.

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    Auf der Burnside State High School hat die 15-Jährige tolle Fächer, unter anderem lernt sie dort surfen.

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    Nur fünf Autominuten von ihrem neuen Zuhause entfernt liegt der Strand. Isabell kann ihr Glück kaum fassen.

Teil 2 So, ich bin jetzt schon eine Weile in Australien und habe mich etwas bei meiner Gastfamilie eingelebt. Nun stehen zwei Ereignisse bevor: Ich gehe zum ersten Mal zur Schule und gleich holen wir Auphelie vom Flughafen ab, meine Gastschwester. Ich bin dann also nicht mehr „alleine“.

Es wird sicher cool, eine Gastschwester zu haben, die auch aus einem anderen Land kommt. Wir können uns dann bestimmt über alles unterhalten und sie wird genau das Gleiche fühlen wie ich, das ist echt toll.

Als wir am Flughafen ankommen, lerne ich meine „local coordinator“ kennen. Das ist meine Betreuerin in der Schule, sie kümmert sich um alle „Internationals“ wie mich. Sie sagt mir, ich könne mich immer an sie wenden. Sie scheint lieb und sehr offen zu sein, genauso wie alle anderen Australier, die ich hier kennenlerne.
Und dann sehe ich das erste Mal Auphelie. Auch sie ist – wie ich vor einiger Zeit – von ihrem langen Flug total geschlaucht und muss sich erholen, ich verstehe das gut. Wir fahren also erst einmal nach Hause.

Nachdem sich Auphelie ausgeruht hat, möchte uns unsere Gastmutter Tanya die Mall, das Shopping-Center, zeigen. Als Auphelie und ich die Mall betreten, staunen wir beide nicht schlecht. Die Mall heißt Sunshine Plaza und ist riesig! Es gibt hier so viele tolle Läden, die es in Deutschland nicht gibt. Außerdem gibt’s hier viele Geschäfte, die Leckereien verkaufen.

Wir laufen einfach rum und genießen den Tag

Wir laufen ein bisschen durch das Einkaufszentrum und genießen die neuen Eindrücke. Und dann geht’s raus – zum ersten Mal an den Strand, einfach nur Wahnsinn! Ich wohne übrigens nur fünf Auto-Minuten vom Strand entfernt, ist das nicht toll? Der Strand ist echt wunderschön. Da hier zurzeit Winter ist, konnten wir aber leider nicht schwimmen gehen. Aber das wird sich bestimmt bald ändern. Auphelie und ich jedenfalls kommen aus dem Staunen nicht mehr raus.

Auch der nächste Tag verspricht super zu werden. Wir fahren zu einem kleinen Flohmarkt in Caloundra. Der ist richtig toll. Alle Menschen sind so offen und freundlich hier, überall stehen Musiker und spielen etwas, die Stimmung ist einfach ganz anders als bei uns in Deutschland. Etwas gibt’s aber auch aus Good Old Germany: „German Sausages“ (deutsche Würstchen), allerdings im Hot-Dog-Brot. Nachdem wir uns mit Essen und Dessert (wir bekommen sogar ein Gratis-Eis) gestärkt haben, laufen wir zum Strand. Und da sehe ich zum ersten Mal australische Surfer. Und so viel weiß ich jetzt schon: Bald werde ich einer von ihnen sein…

Aber erst mal steht etwas anderes bei mir an: mein erster Schultag. Als ich die Burnside State Highschool betrete, zittere ich etwas. Doch die anderen „Internationals“ sind auch da und wir treffen uns mit zwei „local coordinators“ und fünf Zwölftklässlern. Letztere sind von jetzt an unsere „Buddies“, das bedeutet, dass sie sich um uns kümmern. Sie sind eine Stufe über uns und werden uns an der Schule begleiten. Von ihnen bekommen wir auch unsere Schuluniform und sie erklären uns die Schulregeln.

Montags muss ich immer meine „Formal“-Schuluniform tragen, die besteht aus einem Rock und einer Bluse. Ich bin klein, dadurch ist der Rock viel länger, das ist echt nervig. Die restlichen Tage aber kann ich meine Sportuniform tragen, die besteht aus einer kurzen Hose und einem T-Shirt. Überall ist das Schullogo abgebildet. Außerdem muss ich schwarze Schuhe und weiße Socken anziehen. Ich darf auch nur einen Ring und eine Uhr tragen, alles andere ist verboten und die Lehrer achten sehr darauf, erzählen uns die „Buddies“.

Wir verbringen den ganzen ersten Tag mit Regeln, Schultouren und Kennlernspielen, aber in der letzten Stunde dürfen wir in den normalen Unterricht. Ich bin so aufgeregt, vor allem, weil ich Angst habe, mich mit meinen Mitschülern auf Englisch zu unterhalten.

Bisschen Angst vor dem Englisch-Sprechen

Was, wenn ich falsch spreche? Doch meine Sorge wird mir direkt genommen, als ich die Klasse betrete. Meine Lehrerin stellt mich vor und ich setze mich auf einen freien Platz. Zwar werde ich gemustert, aber meine australischen Mitschüler lächeln und stellen mir erste Fragen. Sie finden es interessant, dass ich aus einem anderen Land komme. Und so vergeht der erste Schultag dann doch recht schnell.

Am nächsten Tag bekomme ich dann meinen Stundenplan. An meiner Schule hat man sechs Fächer. Mathe und Englisch sind Pflicht, aber die restlichen kann man sich selber aussuchen. Man kann zum Beispiel Mathe A oder Mathe B wählen, genau dasselbe gilt für Englisch, B ist das Schwierigere. Ich habe jetzt auch das Fach „Film & Television“, dort sprechen wir über Kameras und drehen kurze Filme. Außerdem wähle ich „Marine Science“, dort wird uns beigebracht, wie wir kleine Boote bedienen und fahren können. Kurios, oder? Dann habe ich noch „Recreation“, das ist wie der Schul-Sport in Deutschland, nur viel besser.

Wir werden nämlich surfen lernen oder gehen ins Fitnessstudio oder erklimmen Berge. Außerdem habe ich noch „Kunst“ gewählt, da werde ich wohl Skulpturen anfertigen. Zusätzlich zu den ganzen tollen Fächern habe ich als Elftklässlerin donnerstags immer frei. Ich weiß, dass man diesen freien Tag zum Lernen nutzen sollte, aber ich habe auch gehört, das machten die wenigsten, die meisten gingen dann lieber zum Strand.
Bis jetzt gefällt es mir ziemlich gut hier, es ist komplett anders als in Deutschland, aber das ist das Tolle daran!
Isabell Wolinski (15, Recklinghausen) wird die nächsten zehn Monate in Australien verbringen. Statt auf die Schule in Recklinghausen wird sie in der Nähe von Brisbane auf die High School gehen. Isabell kommt in dieser Zeit bei einer Gastfamilie unter. Hier berichtet sie von ihren Abenteuern – sowohl inner- als auch außerhalb der Schule.


 

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