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Marie in Südafrika: Das Abenteuer geht weiter

Marie Dechêne 07. Juni 2019 13:03

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    Unendliche Weiten: Die Hochplateaus des Blyde River Canyons fanden Marie und ihre Freundinnen einfach nur atemberaubend...

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    ...ebenso wie die spektakulären Felsformationen, die den Canyon säumen.

Teil 11 Das erste Ziel des Urlaubs war Port Elizabeth, eine Reise mit vielfältiger Landschaft und viel zu entdecken. Keine zwei Wochen später ging es dann auch schon wieder los, diesmal in den Osten des Landes. Für die nächsten acht Tage stand für mich und zwei weitere Freiwillige der weltberühmte Krüger-Nationalpark und die umliegende „Panoramaroute“ auf dem Programm.

Fast jeder hat schon mal etwas vom Krüger-Nationalpark gehört. Er zählt zu den größten Nationalparks in ganz Afrika – und das heißt schon etwas! Wo bietet sich wohl eine bessere Chance, um einen Löwen live und in Action zu sehen?

Mit dieser Hoffnung im Hinterkopf ging es dann also los! Per Flugzeug ging es erst einmal Richtung Johannesburg und dann mit dem Mietauto noch einmal vier Stunden in Richtung Osten, bevor man wirklich vor dem Südeingang des Parks stand. Meine Freunde und ich haben uns für eine Selbstfahrertour entschieden – das ist zum einen deutlich billiger, zum anderen habe ich damit bei der letzten Reise auch schon gute Erfahrungen gemacht. Deswegen ging es einen Tag später dann auf Entdeckungsreise, auch wenn das hieß, noch vor Beginn der Dämmerung aus den Federn zu springen.

Das frühe Aufstehen hat sich aber mehr als gelohnt! Während wir über die verschiedenen Wege und Straßen gefahren sind, kam uns auf einmal ein aufgeregter Tour Guide entgegen, der uns einen Löwen in der Nähe ankündigte (diese Aussage haben wir allerdings erst im Nachhinein – als wir den Löwen gefunden haben – verstanden, denn der Guide hat ganz schön genuschelt). Trotzdem haben wir ihn ziemlich schnell entdeckt: Er stand einfach mitten auf der Straße! Genauer, er ist direkt vor unserem Auto die Straße entlanggelaufen und wir sind dann mit dem Auto hinterher.

Komische Autogeräusche auf den „dirt roads“

Es war schon verrückt am Steuer zu sitzen und wirklich hinter einem Löwen herzufahren, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Wer hätte gedacht, dass ich so etwas einmal wirklich von mir behaupten könnte? Ein bisschen angsteinflößend war die Situation im Nachhinein dann aber schon, da war schließlich eines der gefährlichsten Raubtiere der Welt nur 20 Meter von unserem Auto entfernt…

Abenteuerlich ging es aber auch am nächsten Tag zur Sache – neben Geparden, Giraffen, Elefanten und einer Hyäne hat dieses Mal vor allem unser Auto für Aufregung gesorgt. Nach einer der vielen Schotterstraßen, hier auch „dirt roads“ genannt, fing es nämlich an, komische Geräusche zu machen, und zwar nicht im guten Sinne. Vor allem beim Bremsen gab das Auto einen echt gruselig hohen lauten Ton von sich – und gepoltert hat es zwischenzeitlich irgendwie auch. Der Grund dafür, dass die Geräusche vor allem beim Bremsen aufkamen, lag daran, dass die Bremse auch die Ursache war bzw. ein kleiner Stein, der sich in der Bremsscheibe verhakt hatte.

Das wussten wir zu dem Zeitpunkt allerdings nicht, und weil wir alle auch keine Ahnung von Autos hatten, waren wir ein wenig beunruhigt. Glücklicherweise waren wir in der Nähe einer Tankstelle und konnten dort einen Mechaniker holen lassen. Der hat das Problem dann auch kurzerhand erkannt und den Stein rausgeholt. Schon krass, was für Geräusche und Panik so ein kleiner Stein hervorrufen kann.

Natürliche Pools am Rande des Wasserfalls

Rückblickend war dieser Zwischenfall aber einfach nur zum Lachen und Teil des großen Abenteuers, das dann noch auf uns zukam: von Kühen auf der Straße; Straßen, die aus mehr Schlaglöchern als Straße selbst bestanden, Stromausfällen und Irrwegen war alles dabei! Aber nur so konnten wir die unglaublich schöne Landschaft entlang der Panorama-Route sehen, Unmengen an Fotos schießen, die magische Landschaft entlang des Blyde River erwandern, die Füße in natürliche Pools am Rande eines Wasserfalls stecken und noch einmal einen ganz anderen, entspannteren Lebensstil kennenlernen.

Wenn mich jemand noch einmal vor die Wahl stellen würde, würde ich diese Reise auf jeden Fall noch mal antreten – mit allen Abenteuern, die dazugehören. Und immerhin habe ich deswegen jetzt das perfekte Souvenir! (Kleiner Tipp: Es ist klein, relativ rund, und passt super zwischen die Bremsscheiben von Autoreifen.)
Marie Dechêne (18, Recklinghausen) verbringt die nächsten sechs Monate in Kapstadt. Dort hilft sie im Rahmen des Freiwilligendienstes Rainbow-Garden-Village (RGV) für jeweils zwölf Wochen in Tageskliniken und in einem Special-Care-Center für geistig beeinträchtige Menschen. Bei Scenario erzählt sie von ihren Eindrücken.

 

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