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VIP Lisa mit umgebautem Bulli: Mit dem eigenen Zuhause durch die Welt düsen

Alina Meyer und Kathi Lenger 17. Oktober 2018 11:15

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    „Guck-guck, Ihr da draußen!“, ruft uns Lisa aus dem Innenbereich des Bullis zu und strahlt übers ganze Gesicht.

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    Lisa aus Herten ist stolz. Sie hat mit ihrem umgebauten Bulli nun ein Wohnzimmer auf vier Rädern.

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    Lisa präsentiert das Innenleben ihres Bullis - und freut sich sichtlich.

Es gibt sie überall. Eigentlich gehört jeder dazu. Zu den VIPs. Damit meinen wir allerdings nicht die „Very Important Persons“, die auf roten Teppichen rumstöckeln, sondern die „Very Interesting Persons“, die uns im Bus, an der Supermarktkasse oder im Schwimmbad begegnen. Wir stellen Euch bei Scenario junge Menschen vor, die ganz klar VIPs sind. Heute: Lisa.

All-Inclusive-Urlaub im Vier-Sterne-Hotel mit Pool ist nichts für Lisa aus Herten. Seit ihrer Kindheit ist sie immer mit ihren Eltern samt Unterkunft – nämlich dem Wohnmobil – in den Urlaub gefahren. Die Liebe zum Campen wurde ihr quasi in die Wiege gelegt.

So kam auch Lisas Wunsch auf, selbst ein Wohnmobil zu besitzen und damit durch die Gegend zu cruisen. „Es sollte aber kein gewöhnliches Wohnmobil sein. Viel lieber wollte ich einen Bulli zum Camper umbauen“, sagt die 20-Jährige. Weil auch Lisas Vater schon den VW T2 und T3 zum Camper umgebaut hat, war die Idee nicht ganz abwegig. „Trotzdem habe ich lange mit meinen Eltern diskutiert und schließlich einen Finanzplan aufgestellt. Mit dem konnte ich sie dann überzeugen.“

In Köln den Traum auf vier Rädern gefunden

Im April dieses Jahres wurden Vater und Tochter in Köln fündig. Dort stand er: Der VW T5, Baujahr 2009, 102 PS. Oder übersetzt: Lisas großer Traum. Damals noch als normaler geschlossener Kastenwagen ohne Fenster im hinteren Teil mit einer 2er-Sitzbank vorne plus Fahrersitz und einer dahinterliegenden Trennwand.

Dann fiel der Startschuss für das Vater-Tochter-Projekt. „Jeden Tag haben Papa und ich nach der Arbeit an dem Bulli gesessen und bis in den späten Abend gearbeitet. Zuerst haben wir die Trennwand hinter den Vordersitzen herausgerissen und angefangen, den Bulli zu isolieren und Leerrohre für die Elektrik zu verlegen“, schildert die Hertenerin.

Danach haben die beiden Handwerker die Halterung für die neue Sitzbank in den Boden der Karosserie geschraubt. „Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie wir die Bank und die Möbel am besten verschrauben, sodass nichts während der Fahrt umkippen kann“, sagt Lisa. „Die Lösung waren sogenannte Metallwinkel.“ Auf der Sitzbank können nun wahlweise drei Personen während der Fahrt sitzen oder zwei Personen schlafen, wenn sie zum Bett ausgeklappt ist.

Zu dem Beifahrersitz, den man nach hinten in den Wohnbereich drehen kann, gibt es eine Anekdote. „Den Sitz haben wir auf Ebay gefunden. Abholen sollten wir ihn in einem Ort in Holland. Als wir dort ankamen, haben wir uns dann doch sehr gewundert. Der Sitz stand neben einem weiteren Sitz in einer Bäckerei aus. Weil der Preis okay war, haben wir aber direkt zugeschlagen. Der Sitz ist klasse, nur hat er noch lange nach dem Kauf stark nach Mehl gerochen. Das hat einige Zeit gedauert, bis wir den Geruch raushatten.“

Nach genau 111 Tagen war es dann so weit: Lisas Bulli war fertig und konnte auf einem Probe-Wochenende am Edersee erstmals getestet werden. Rund 15.000 Euro hat der Bulli samt Umbau gekostet. „Ich bin unglaublich stolz auf den Bulli. Durch den Umbau weiß ich nun auch genau, wo sich was befindet und was ich tun muss, wenn zum Beispiel mal der Strom ausfällt. Das ist ein großer Vorteil“, lacht die 20-jährige Lisa.

Trotzdem steht noch so einiges auf ihrer Bulli-Liste: Das kleine weiße Wohnmobil mit dem Namen „Bulli“ soll von außen noch mit ozeanblauer Folie verschönert werden. Außerdem möchte die Hertenerin ein Hochdach mit Schlafkabine auf dem Dach anbringen. „Und dann kann es endlich losgehen auf große Reisen. Am liebsten nach Frankreich oder Südspanien.“
Kennt Ihr junge Menschen (bis 25) aus unserer Umgebung, die „Very Interesting Persons“ sind? Dann gebt uns einen Tipp, gern per Mail: scenario@medienhaus-bauer.de

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