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Ines zeigt, wie es geht: Auf silikonfreies Shampoo umsteigen

Ines Kirchner 23. Oktober 2017 16:35

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    Ines denkt über Nachhaltigkeit nach und steigt deshalb auf silikonfreies Shampoo um.

Silikon-Shampoos belasten die Umwelt und stehen in Verdacht, Allergien auszulösen. Deshalb wollte ich meinen bisherigen Haarpflegeprodukten Adieu sagen. Ihr könnt das auch. Ich verrate Euch, wie. Zugegeben, ich habe mich lange davor gedrückt. Schließlich gaukelt einem Silikon im Shampoo glänzendes, gesundes Haar vor, ohne dass man einen Schimmer davon hätte, wie es eigentlich unter der Silikonschicht bzw. dem künstlichen Schutzfilm aussieht.

Die Angst, nach der Umstellung trockenes Gefilze in den Händen zu halten oder währenddessen von Schuppen geplagt zu werden, war bei mir entsprechend groß. Irgendwann hat dann aber doch mein schlechtes Gewissen überwogen. Und ich muss sagen: Nach einem Monat Silikonfrei-Einsatz habe ich das Shampoo akzeptiert. Meine Haare sehen nicht besser oder schlechter aus als vorher und meine Impulskäufe von vielversprechenden, silikonhaltigen Haarpflegeprodukten liegen bei null.

Während der Umstellung habe ich jedoch eins gelernt: Einfach zur Shampoo-Alternative greifen reicht nicht. Man muss die Entwöhnung schon etwas vorantreiben, um möglichst wenig „Nebenwirkungen“ (Trockenheit, Fettigkeit je nach Veranlagung) zu haben.

Farbveränderung durch Natron

Problemlos auf silikonfreies Shampoo umsteigen ist aber zum Glück nicht weiter schwer. Ihr braucht lediglich etwas Kaisernatron (zu finden in der Backabteilung), eine Zitrone sowie Weißweinessig und geht wie folgt vor:
1) Natronreinigung: Wie man es auch vom Färben kennt, nutzt man bei der Natronreinigung zwei unterschiedliche Mischungen für Ansatz und Spitzen.
Der natronintensivere Mix für die kopfhautnahen Haare besteht aus einem Esslöffel Natron und zwei Esslöffel lauwarmem Wasser, die etwas flüssigere Variante für die geplagten Spitzen aus einem Teelöffel Natron auf 100 ml lauwarmem Wasser.
Die jeweilige Reinigung gründlich auf dem warm gewaschenen Haar auftragen, fünf Minuten einwirken lassen und lauwarm auswaschen. Aber Achtung: Das Natron verursacht Farbveränderungen. Mein Rotstich hat sich dadurch fast vollständig entfernt und auch mein Braunton ist deutlich heller geworden.

2) Saure Rinse: Die bösen Silikone sind aus Eurem Haar verbannt worden, jetzt geht es an die Pflege: Gebt dazu eine halbe Zitrone und zwei Esslöffel Weißweinessig in einen Liter Wasser und nutzt diese Mischung als Leave-In-Kur über Nacht. Wer den Geruch von Essig partout nicht ausstehen kann, kann die Kur auch direkt mit kaltem Wasser auswaschen. Dadurch schließen sich die Poren und bewahren die „Vitamine“.

Das ganze Prozedere wiederholt Ihr viermal mit einem Abstand von je vier Tagen und voilà, silikonfreies Shampoo ist fortan Euer Freund. Wer seine Haare immer noch etwas trocken findet, verwendet silikonfreien Conditioner zusätzlich. Davon hab‘ ich mir noch keinen geholt, dafür benutze ich kurz vorm Trocknen der Haare ein Pflege-Spray sowie eine Hitzeschutz-Lotion, sollte ich die Haare glätten.

Vielleicht steigt Ihr jetzt auch um auf silikonfreies Shampoo um – ist gut für die Umwelt und für Euch.

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