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Kein Hurra-Fußball: Dortmund macht dicht - Personelle Sorgen beim BVB

11. Januar 2018 06:54

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Dortmund Die Borussia muss in der Rückrunde erfolgreicher verteidigen. Eine mögliche Aufstellung in der BVB-Defensive scheint gefunden. Verletzungssorgen machen allerdings einen Strich durch die Planungen von Trainer Peter Stöger. Hoffnung macht ein Rückkehrer.

Borussia Dortmunds schwächster Abwehrspieler in der Hinrunde? Vermutlich Pierre-Emerick Aubameyang. Zunehmend nachlässig machte sich der Torjäger an seine Aufgaben im Spiel gegen den ballführenden Gegner. Doch nicht nur deswegen zogen sich die Probleme von vorne bis hinten durch die Mannschaft - zumal alle Defensivstrategen mit Formschwächen zu kämpfen hatten.

Stöger setzt den Hebel an

Die 24 Gegentore in der Bilanz wirken im Vergleich mit den Vorjahren erst dann beunruhigend, wenn man bedenkt, dass die Borussia in den ersten sieben Spielen nur zwei Gegentore kassierte. Oder eben 22 in den zehn Partien bis zur Pause. Mit der Devise, "dass wir keine einfachen Gegentore bekommen, dass es lange zu Null steht", wie es Julian Weigl ausdrückte, setzt der BVB hier unter Trainer Peter Stöger den Hebel an. So simpel, so schwer: Verletzungssorgen bereiten Schwierigkeiten bei der Aktion "Dortmund macht dicht".

Noch mehrere Wochen wird Marcel Schmelzer fehlen, der sich - gleich beim ersten Training in Marbella - wohl einen Muskelfaserriss zugezogen hat. Weil sich dann im Testspiel Raphael Guerreiro verletzte (Diagnose noch nicht bekannt), findet sich für die Position hinten links wie fast für die gesamte Hinrunde keine Idealbesetzung. Setzte Ex-Trainer Peter Bosz noch auf den gelernten Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou, dürfte sich Stöger eher für Jeremy Toljan, einen echten Außenverteidiger, als Ersatz entscheiden. Der neue Coach hält erklärtermaßen wenig davon, Spieler auf Positionen und mit Aufgaben einzusetzen, bei denen sie sich nicht wohlfühlen.

Stöger schätzt Toprak

In der Innenverteidigung scheint sich der Österreicher auf die Kombination Sokratis/Ömer Toprak festgelegt zu haben. Während Sokratis, der sich im Dezember von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke gemeinsam mit Aubameyang und Guerreiro bei einem Mittagessen an seine Pflichten erinnern lassen musste, trotz einiger Wackler gesetzt war und ist und bleibt, soll Toprak im zweiten Anlauf zu seiner Form finden. Nach fehlerbehaftetem Saisonstart fand sich für den Türken kein Stammplatz mehr. Vom Vizekapitän in Leverkusen zum Bankdrücker in Dortmund - diesen Rückschritt konnte der 28-Jährige nur schwer verdauen. Stöger schätzt ihn und will ihn wieder in die Verfassung bringen, die er als zeitweise einer der besten Innenverteidiger der Liga schon nachgewiesen hat.

In diese Gedankenspiele passt auch die Einschätzung, dass sich der BVB nach Informationen dieser Redaktion beim Preispoker um den Schweizer Innenverteidiger Manuel Akanji vom FC Basel (wir berichteten) zurückgezogen hat. "Wir haben eine gute Mannschaft", erklärte Stöger vor und auch nach der Winterpause zu möglichen Transfers. "Ich", betonte der 51-Jährige, "bin zufrieden."

Training unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Immerhin können die Schwarzgelben wieder auf Lukasz Piszczek zurückgreifen, dessen stabilisierende Wirkung nicht zu unterschätzen ist, und mit der gesamten Mannschaft am Defensivverhalten arbeiten. Es bleibe in den normalen Trainingswochen, die nun beginnen, genug Zeit, um das weiter zu forcieren, sagte der Trainer. "Wir wollen das, was wir begonnen haben, weiter fortsetzen. Da geht es um Laufwege in der Offensive und das Verteidigen von gefährlichen Situationen", so Stöger. Es gebe "ein bisschen was" zu tun. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit, übrigens. Bis zum Spiel gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag (18 Uhr) bleibt geheim, wer trainiert und was geübt wird.

Hurra-Fußball steht, auch wegen der personell komplizierten und zeitlich kurzen Vorbereitung, sicher nicht auf der Agenda. Wenn Dortmund dichtmacht, dürfte es bei der individuellen Qualität in der Offensive auch so für gute Ergebnisse reichen.

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