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0:2 gegen Bayern: S04 ganz unten: Vierte Niederlage im vierten Ligaspiel

Oliver Prause 22. September 2018 20:13

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    Bayerns James Rodriguez (l) bejubelt sein Tor zum 1:0 mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka.

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    Der Rückkehrer: Bayerns Leon Goretzka geht vor dem Spiel die Treppen zum Innenraum hoch und wird - wie die gesamte Münchener Mannschaft - mit einem gellenden Pfeifkonzert von den Schalker Fans empfangen.

Gelsenkirchen Schalke 04 muss weiter auf den ersten Punktgewinn in der Bundesliga-Saison 2018/19 warten. In der mit 62.271 Zuschauern ausverkauften Veltins Arena bekam die Truppe von Trainer Domenico Tedesco vom deutschen Rekordmeister Bayern München beim 0:2 die Grenzen aufgezeigt. Vor allem in der ersten Halbzeit konnten sich die Gastgeber bei Torwart Ralf Fährmann bedanken, dass das Ergebnis nicht höher ausfiel.

Ausgerechnet kurz vor dem Spiel wechselte die Farbe des Himmels von blau-weiß in dunkelgrau, und es begann zu regnen. Offenbar ein schlechtes Omen für die Gastgeber!
 
Denn der deutsche Rekordmeister machte die Kräfteverhältnisse auf dem Platz von Beginn an deutlich, Ein Schuss von Thomas Müller aus 18 Metern ging noch knapp über den Kasten von Ralf Fährmann (5.). Drei Minuten später war der Schalker Torwart dann aber chancenlos, als James Rodriguez sträflich frei aus kürzester Distanz zum Kopfball kam - 0:1.

Fährmann rettet mehrfach in höchster Not

Das kollektive Versagen der Abwehr wirkte immerhin wie ein kleiner Weckruf für die Gastgeber, die danach auch mal gefährlich in die Nähe des Bayern-Strafraumes kamen. Di Santo und Naldo scheiteten in Tornähe dann jedoch kläglich (15. und 17. Minute).

Auf der anderen Seite mussten sich die Schalker bei Fährmann bedanken, dass Bayern nicht schon frühzeitig den Sack zumachen konnte. Zweimal (gegen Alaba und James, 21./25.) rettete der Keeper in höchster Not mit Glanzparaden. Und in der 29. Minute bewahrte die Königsblauen nur größtes Glück vor einem höheren Rückstand, als erneut Alaba einen Freistoß nur an die Latte zirkelte.

Spätestens jetzt konnte es so mancher S04-Anhänger schon mit der Angst zu tun bekommen. Doch bis zur Pause blieb es bei dem knappen Ergebnis und damit dem kleinen Fünkchen Hoffnung, den ersten Zähler in dieser Saison auch gegen einen scheinbar übermächtigen FC Bayern noch einzufahren.

Vorentscheidung durch Elfmetertor

Und tatsächlich: Die Gastgeber kamen wie verwandelt aus der Kabine. Hätte Breel Embolo in der 53. Minute freistehend eingeköpft - der Ball ging knapp rechts neben das Bayern-Tor -, wer weiß, wie die Partie weitergegangen wäre.

Aber dann lief alles seinen gewohnten Gang. Bayern nutzte gleich die erste gefährliche Szene im Schalker Strafraum aus. Schiedsrichter Siebert sah in der 53. Minute ein Foul an James und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Torjäger Robert Lewandowski ließ sich die Chance nicht entgehen und schoss platziert zum 0:2 ein - die frühe Entscheidung in einer Begegnung, die gerade anfing, interesant zu werden.

In der Folgezeit verwalteten die Gäste den Vorsprung in der Manier eines Champions, während bei Schalke der Frust über den erneuten Gegentreffer zur Unzeit groß war. Am Ende stand mit dem Ergebnis auch fest, dass S04 zumindest vorübergehend - zusammen mit Bayer Leverkusen - Bundesliga-Schlusslicht ist (0 Punkte, 2:8 Tore). Das gab es zuletzt 2016/17 unter Markus Weinzierl, der mit fünf Niederlagen in den ersten fünf Spielen sogar noch desaströser in die Saison gestartet war.

Goretzka mit Pfiffen empfangen

Immerhin ein Lichtblick im grauen Liga-Alltag: Der ehemalige Münchener Sebastian Rudy, der auf Schalke bisher noch nicht angekommen war, zeigte vor allem in der zweiten Halbzeit gute Ansätze und wurde von seinen Kollegen endlich häufiger als Anspielstation im defensiven Mittelfeld mit eingebunden.

Auf der Gegenseite hatte ein Ex-Schalker den wohl schwersten Gang seiner bisherigen Karriere zu absolvieren: Beim Verlesen der Münchener Mannschaftsaufstellung unmittelbar vor Spielbeginn waren die Pfiffe aus der Nordkurve beim Namen Leon Goretzka besonders laut.

Dabei würde einer wie er der aktuellen Schalker Elf gut zu Gesicht stehen. Einer, der das Spiel ordnet und auch einmal eine zündende Idee in der Offensive hat, wird in Gelsenkirchen in dieser Saison schmerzlich vermisst - das machte der Auftritt gegen die Bayern einmal mehr deutlich.

FC Schalke 04: Fährmann, McKennie (54. Bentaleb), Nastasic, Uth (73. Burgstaller), Di Santo, Rudy, D. Caligiuri, S. Sané, Schöpf, Naldo, Embolo
FC Bayern München: Neuer, Süle, Hummels, Thiago, Ribery (83. Gnabry), Lewandowski (78. Wagner), James (87. Sanchez), Goretzka, T. Müller, Alaba, Kimmich
Tore: 0:1 James (8.), 0:2 Lewandowski (62., Foulelfmeter)
Zuschauer: 62.271 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Siebert (Berlin)

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Kommentare

Zündende Idee...
von schalkerdoc am 22.09.18 22:45 Uhr

...wer wohl soll die haben, wenn der Trainer Harit nie bringt und auch Bentaleb nicht. Dafür darf di Santo immer und immer wieder die Fans zur Verzweiflung bringen. Und Rudy? Wozu hat es den gebraucht?

Elfmeter
von norbertmarzian am 24.09.18 18:06 Uhr

Was mich am meisten stört, dass es in fast allen Pflichtspielen Elfmeter gegen uns gab.

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