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Bisher nur zwei Tore erzielt: Angriff mit Ladehemmung: Schalker Knipser-Krise

Frank Leszinski 28. September 2018 06:40

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    Schalkes Guido Burgstaller fokussiert den Ball an: Die Knipser-Krise ist auf Schalke ein Problem.

Gelsenkirchen Als das gestrige Training beendet war, standen Domenico Tedesco und Guido Burgstaller noch einige Zeit allein zusammen. Es gab Redebedarf zwischen dem Coach und seinem Angreifer.

Was der Schalker Trainer mit seinem Stürmer besprach, drang nicht an die Öffentlichkeit. Aber man kann getrost davon ausgehen, dass Tedesco mit dem österreichischen Nationalspieler die aktuelle Knipser-Krise beim FC Schalke 04 thematisierte. Denn sie ist mit ein Grund dafür, warum die Königsblauen aktuell den letzten Tabellenplatz belegen.

Nur zwei Tore – darunter ein Elfmeter – hat Schalke in bisher fünf Bundesligaspielen zustande gebracht, das sind die wenigsten aller Bundesliga-Mannschaften. Offensiv fehlt es an Kreativität und Durchschlagskraft. Dabei hat von den Stürmern der Königsblauen bisher nur Breel Embolo einmal getroffen. Das ist natürlich viel zu wenig, um in der Bundesliga eine gute Rolle zu spielen. Der Schweizer Nationalspieler wartet auch in seinem dritten Bundesligajahr immer noch auf den Durchbruch. Lange Zeit konnte Embolo auf seine schwere Knöchelverletzung verweisen, die ihn ohne Zweifel weit zurückgeworfen hatte. Doch nachdem er diese auskuriert hat, hat der 21-Jährige leistungsmäßig immer noch viel Luft nach oben. Das wurde zuletzt besonders offensichtlich im Bayern-Heimspiel, als er gegen Niklas Süle überhaupt keinen Stich bekam.

Uth noch ohne Tor

Auch Mark Uth läuft bisher der Musik in Sachen Toreschießen hinterher. In Freiburg musste der Neuzugang aus Hoffenheim sogar auf die Ersatzbank und dem jungen Cedric Teuchert Platz machen. Viel Einsatz und große Leidenschaft sind zwar bei dem 27-Jährigen zu sehen, aber es fehlt noch das Spielverständnis mit seinen Sturmkollegen und überraschenderweise – wenn man an seine Torausbeute in Hoffenheim denkt – auch die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. „Ich will gut in die Saison einsteigen und der Mannschaft helfen“, hatte Uth im Trainingslager gesagt. Das hat bisher noch nicht geklappt.

Und Guido Burgstaller? Der Publikumsliebling der vergangenen Saison und beste Schalker Torschütze mit insgesamt 14 Pflichtspieltreffern, stand in dieser Spielzeit erst zweimal in der Schalker Startelf. Dreimal wurde er eingewechselt, eine Zwischenbilanz, die den ehrgeizigen Burgstaller gewiss nicht zufrieden stellt. Besonders ärgert sich der Angreifer über die schwache Chancenauswertung seiner Mannschaft. Schon nach der 1:2-Niederlage in Mönchengladbach schimpfte Burgstaller: „Diese Niederlage kotzt mich an! Wir hatten genug Chancen – deshalb dürfen wir uns nicht beschweren, dass wir verloren haben.“

In der vergangenen Saison wurden die Königsblauen oft wegen ihrer Angriffsleistungen kritisiert, weil die Trefferquote für einen Vizemeister mit 53 Toren – dem FC Bayern München gelangen 92 – nicht gerade hoch war. Aber den Blau-Weißen gelang es, ab dem siebten Spieltag (1:1 gegen Bayer Leverkusen) in jeder Partie mindestens ein Tor zu erzielen.

Torknoten muss platzen

Erst nach 29 Bundesligaspielen mit mindestens einem Schalke-Tor ging diese Serie gegen Hertha BSC Berlin (0:2) zu Ende. „Momentan fehlt uns die Effektivität vor dem Tor“, so Sportvorstand Christian Heidel.
Im Heimspiel gegen Mainz 05 soll am Samstag endlich der Torknoten auch bei den Stürmern platzen. Sonst wird der Redebedarf zwischen Tedesco und Burgstaller sehr schnell wieder auf die Tagesordnung kommen.

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