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Von Krise keine Spur: Schalke: Gelöste Stimmung nach der Moskau-Reise

Matthias Heselmann 05. Oktober 2018 07:56

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    Schalkes Trainer Domenico Tedesco (2.v.l.) jubelt mit dem Torschützen des Siegtores, Weston McKennie (2), nach dem Spiel. Foto: Pavel Golovkin/AP/dpa

Gelsenkirchen Nicht schön gespielt, trotzdem gewonnen, und das kurz vor Schluss: Vieles erinnerte in Moskau an das „alte Schalke“ der letzten Saison.

Krise? Welche Krise? Als der Schalker Mannschaftsflieger am Donnerstag um 13.21 Uhr auf der Landebahn des Flughafens Münster/Osnabrück aufsetzte, dürfte die Laune bei den Schalker Verantwortlichen einigermaßen gelöst gewesen sein.

Das 1:0 (0:0) in der Champions League bei Lokomotive Moskau war der zweite Sieg innerhalb von fünf Tagen – nach dem Horrorstart in die Saison mit fünf Niederlagen in der Bundesliga und dem 1:1 im Europapokal gegen Porto scheint das Team von Domenico Tedesco den sprichwörtlichen Bock umgestoßen zu haben. Vermutlich auch deswegen, weil Schalke in Moskau das Erfolgsrezept aus der vergangenen Saison wiedergefunden hat: Die Abwehr stand sicher, nach vorne passierte zwar nicht viel, aber die Spieler übten sich in Geduld – und wurden in der 88. Minute durch das Kopfballtor von Weston McKennie belohnt.

Harmonie in der Abwehr

Unterm Strich war der Sieg dann auch verdient: Lokomotive Moskau hatte Schalke vor allem in der zweiten Halbzeit nicht viel entgegenzusetzen. Die Königsblauen hätten die Partie auch schon vorher entscheiden können, doch Mark Uth vergab in der 71. und 86. Minute gute Chancen.

Dass das Tor nach einer Standardsituation fiel, passte zum wiedergefundenen „alten Schalke“ – und auch hinten lief es sehr viel besser als zu Beginn der Saison: Naldo und Salif Sané harmonierten zum ersten Mal richtig gut zusammen, nur ein einziges Mal musste Keeper Ralf Fährmann ernsthaft eingreifen.

„Wir haben die Aufgabe insgesamt gut gelöst“, bilanzierte Trainer Domenico Tedesco nach der Partie. Der 33-Jährige betonte vor allem die gute Leistung seiner Jungs in der zweiten Halbzeit. „Da war dann andere Musik drin und das Tor war nur eine Frage der Zeit“, so Tedesco. „Wir sind noch nicht auf einem super, super Weg, aber auf einem guten. Diese Erfolgserlebnisse hat sich die Mannschaft erarbeitet.“

Schalke-Fans dürfen also wieder etwas entspannter auf die anstehenden Aufgaben blicken. Am Samstag (15.30 Uhr) steht in der Bundesliga das Auswärtsspiel bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf an– eine machbare Aufgabe. Schalkes Verantwortliche dürften sich auch darüber freuen, dass nach der strapaziösen Reise nach Moskau der nächste Gegner quasi um die Ecke wohnt.

Siege beflügeln

Die Vorbereitung auf das Spiel begann bereits am Donnerstagnachmittag: Nur zwei Stunden nach der Landung in Münster/Osnabrück bat Domenico Tedesco seine Jungs zum Waldlauf. Er selbst lief mit seinem Co-Trainer Peter Perchtold voran – die zwei Siege der vergangenen Tage werden seine Schritte beflügelt haben.

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