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Bürgerversammlung zum Moschee-Bau: Yunus Emre Moschee: Viel Zustimmung, wenig Protest

Martina Möller 08. November 2018 10:31

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MARL Im großen Sitzungssaal des Rathauses blieb am Mittwochabend kaum ein Platz frei. Die Stadtverwaltung hatte zum Informationsabend über den Neubau der Yunus Emre Moschee eingeladen. Viele kamen, um zu zeigen, dass das Bauvorhaben für sie kein Problem darstellt. Einige, um ihre Bedenken zu äußern, wenige, um Protest zu formulieren.

So streng geregelt sind Bürgerversammlung sonst in der Regel nicht. Vor der Tür zum Sitzungstrakt standen Beamte der Marler Polizei. Im Rathaus war ein privater Sicherheitsdienst eingesetzt. "Nach den zwei Veranstaltungen auf dem Rathausplatz mit erheblichem Polizeieinsatz vor einigen Wochen wollte ich dafür Sorge tragen, dass jeder Marler in Frieden und Sicherheit an dieser Veranstaltung teilnehmen kann", so Bürgermeister Werner Arndt. Rederecht hatten an diesem Abend nur Marler Bürger, später auch Vertreter der Parteien und Kirchen. Film- und Tonaufnahmen wurden den Besuchern untersagt.

Moschee

Bürgerversammlung Yunus-Emre-Moschee 42 Bilder


Wie berichtet will die Yunus Emre Moschee Gemeinde an der Sickingmühler Straße unweit ihres jetzigen Standorts eine neue Moschee bauen. Seit mindestens 20 Jahren beschäftigt die Gemeinde und die Verwaltung der Stadt Marl dieses Projekt. Jetzt hat der Rat der Stadt Marl per Beschluss den Weg für eine Änderung des Flächennutzungsplanes und den  vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf dem Grundstück (schräg gegenüber dem Lidl-Markt) an der Sickingmühler Straße geebnet.

Die Planungen für das Bauprojekt laufen bereits seit Jahren, ein Beirat mit Siedlervereinen, Hundesportverein, Kirchen, Integrationsrat ist bei jedem Planungsschritt eingebunden. Seit einigen Monaten formiert sich in Mal Protest gegen das zuvor kaum kritisierte Bauprojekt:

Grund 1: Eine Bürgerinitiative startete eine Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren, das sich allerdings nicht mehr gegen den Moschee-Bau richtet. Verhindern wollen die Bürger, dass die Stadt der Ditib ein angrenzendes Grundstück für 80 zusätzliche Parkplätze verkauft. Der Initiator des Bürgerbegehrens ist inzwischen übrigens aus Marl weggezogen, wie Bürgermeister Werner Arndt berichten konnte.

Grund 2: Die politische Situation in der Türkei und ein eventuell möglicher Einfluss der staatlichen Religionsanstalt Ditib auf die Gemeinde treibt einige Bürger und Politikvertreter in Marl um. "Ich möchte, dass jeder seinen Glauben leben kann, wie er will. Aber ich habe ein Problem damit, dass die Yunus Emre Gemeinde zu Ditib gehört", sagte zum Beispiel Christel Sick.

Hier geht´s zum Video von der Bürgerversammlung.

"Lasst diese Leute doch endlich ihre schöne Moschee hier bauen", forderte Willy Brünn aus Alt-Marl.  Für Willi Dauber von der Siedlergemeinschaft Drewer-Mark, Mitglied im Planungsbeirat, gibt es bei der Moschee-Planung kein Problem. Was ihn und Anwohner der Sickingmühler Straße umtreibt sind Verkehrsprobleme an der vielgenutzten Straße - die gibt es allerdings jetzt schon. Die Yunus Emre Gemeinde erklärte bereits, mit ihren neugebauten Parkplätzen zur Entlastung beizutragen und sie zum Beispiel auch für Friedhofsbesucher zu öffnen. Auch Räume in der Moschee könnten von Marler mitgenutzt werden, die nicht Mitglieder der Gemeinde seien, erklärte Architekt Murat Canal.

Fazit der über drei Stunden langen Veranstaltung: Es gab viele Informationen über den geplanten Ersatz-Neubau der Yunus Emre Moschee . Und es gab einige Teilnehmer des Abends, denen es ganz und gar nicht darum ging, sich zu informieren. Der Abend blieb dennoch friedlich.

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Kommentare

Warum hat den die Bürgerinitiative sich nicht gemeldet
von Yasmina am 08.11.18 15:27 Uhr

So langsam wird es wohl peinlich für die Damen und Herren der Bürgerinitiative. Ansonsten hätten sich ja die Anwesenden Herrschaften bestimmt zu Wort gemeldet. Anwesend waren einige von den Unterschriftensammler. Vielleicht hätten sie ja sonst zugeben müssen das die meisten gesammelten Unterschriften mit Vorspiegelung falscher Tatsachen gesammelt wurden.

Marl
von Grundguetiger am 08.11.18 16:58 Uhr

hat keinen Platz für Rassismus. Scheint zu funktionieren.
Einige, denen man aber auch gar nichts recht machen kann, hat es gegeben, gibt es, und wird es weiterhin geben.

Interessant zu erfahren,
von Dori54 am 08.11.18 18:02 Uhr

dass der Reisende in Sachen Empörung wohl wieder weitergezogen ist. Hat ja nicht geklappt mit dem Ortverbandsvorsitz. Und bei der "Großdemo" am Pfingstmontag in Recklinghausen hatte ihm auch nur ein jämmerliches Häufchen zugehört, während auf dem Kirchplatz die Recklinghäuser ein großes Friedensfest gegen Rassismus feierten.
Jetzt empört er sich dann wohl lieber woanders.

Herr Willi Brünn
von marl am 08.11.18 21:02 Uhr

kann da aus Alt Marl auch gut brüllen... er bekommt davon ja auch nichts mit.

Ja dann ist ja für Herrn Brünn
von SchnellerHeinz am 09.11.18 04:15 Uhr

alles gut in Deutschland. Weitermachen!

Gute,umfangreiche und sachliche Information
von Parzival65 am 08.11.18 21:17 Uhr

Die gestrige, gut vorbereit und durchgeführte Informationsveranstaltung hat mehr als deutlich gemacht, wie sehr allen Beteilgten daran gelegen ist Bürgeranregungen und Bedenken zum Bauvorhaben mitzudenken und in die Planungen einzubeziehen.Es besteht nun die berechtigte Hoffnung, dass der Bauantrag zeitnah gestellt und dann hoffentlich auch endlich mit dem Bau begonnen werden kann.Seit 1994 wird diese Idee intensiv verfolgt und könnte nach 25 Jahren „Vorlauf“ mit einem schmucken, hellen Gebäude Wirklichkeit werden..Respekt auch an alle verantwortlich mit diesem Projekt befassten Mitarbeitenden der Stadt Marl für Ihre damit verbundene Arbeit unter nicht immer leichten Umständen und vorneweg einem Bürgermeister der in unmissverständlicher Klarheit die gestrige Sitzung geleitet und moderiert hat.!!

Verkehrslage Sickingmühlerstr.
von Burgi61 am 09.11.18 09:02 Uhr

Die parkenden Autos der Gewerbetreibenden vom Schrottplatz und von dem neuen Autohändler verursachen täglich ein Verkehrschaos auf der Sickingmühlerstr. , obwohl auf deren Grundstücke genug Platz vorhanden ist .

Na ja
von n.t. am 10.11.18 08:33 Uhr

2018. Der Nachfolger soll es übernehmen? 5 Jahre waren ... macht, was ihr wollt

Hehe
von n.t. am 10.11.18 09:58 Uhr

Der Ofen ist aus. Ich bin nicht mal gegen den Bau. grinsen

hehe
von n.t. am 10.11.18 10:14 Uhr

Ich mag ja völlig neutral. Aber ehrlich gesagt gibt es nur noch ein Argument.

kein Hinwies auf die DITIB in der MZ?
von AxelS am 11.11.18 17:44 Uhr

... dieserArtikel ist einseitig und schlecht recherchiert!
Bis auf die SPD und die Wählermeinschaft haben sich zumindest die CDU, FDP und UBP deutlich kritisch gegen Erdogan und DITIB als Betreiber der Moschee ausgesprochen!
Selbst der Bürgermeister fand eine (leider) sehr diplomatisch verfasste Kritik in Richtung DITIB ...

Selbstcrständlich gab es Kritiker gegen diese Moschee - allerdings waren die Befürworter erwartungsgemäß stärker angetreten!

Liebe MZ, Eure Beiträge gewinnen mehr und Mehr an einem Geschmäckle, so schlecht und einseitig sind sie verfasst!

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